Schutz vor Immobilienbetrug

Verdacht melden

Wohnungskautionsbetrug

Mit einer neuen Masche versuchen sich Betrüger an Wohnungssuchenden zu bereichern. Die Vorgehensweise: Betrüger mieten über ein Online-Portal, das Wohnungen für eine kurze Zeit vermittelt – wie etwa Airbnb –, eine Bleibe in guter Lage an. Zum Beispiel für zwei Wochen.

Der eigentliche Bewohner dieser Wohnung ist meist eine Privatperson, die während ihrer eigenen Abwesenheit ihre Wohnung an Urlaubsgäste weitervermieten. Sie ahnt nicht, dass ihre Wohnung von Betrügern für Abzockereien genutzt wird.

Doppelter Fake: Betrüger statt Urlauber – Betrüger statt Vermieter

Diejenigen, die die Wohnung anmieten, wollen mitnichten ihren Urlaub dort verbringen. Sie nutzen vielmehr die Mietzeit, um die Wohnung als frei werdende Mietwohnung anzubieten. Dafür wird ein professionelles Exposé erstellt und auf einem Immobilienportal wie zum Beispiel immowelt.de eingestellt. Es werden Besichtigungstermine mit vielen Interessenten ausgemacht – Zeit genug dafür ist ja.

Vor Ort wird die Wohnung von einem angeblichen Makler, seriös im Auftritt und gut gekleidet, vorgestellt. Schon kurz nach dem Termin erhalten alle Interessenten die Zusage: Sie müssen nur die Kaution und eine Ablöse für die Küche vorab zahlen.

Tun sie das, sind sie ihr Geld los: Drei Monatsmieten und die Küchenablöse summieren sich schnell auf einen mittleren vierstelligen Betrag.

Der neue Trick ist besonders perfide, weil hier – anders als es bei anderen Betrugsmaschen üblich ist  – tatsächlich existente Wohnungen angeboten werden und ein persönlicher Kontakt stattfindet.

So schützen Sie sich vor Wohnungskautionsbetrug

1. Kaution erst bezahlen, wenn der Mietvertrag unterschrieben ist.
Zunächst einmal: Es ist unüblich, dass die Kaution schon vor Beginn des Mietverhältnisses gezahlt werden soll. Hier soll sie sogar bereits vor Abschluss des Mietvertrags gezahlt werden. Ein solches Vorgehen ist  gesetzlich unzulässig und ein absolutes Warnzeichen. Laut Gesetz kann der Mieter die Mietkaution mit Beginn des Mietverhältnisses in drei gleich hohen Monatsraten zahlen. Sie ist getrennt vom Vermögen des Vermieters anzulegen (§ 551 BGB).

2. Prüfen Sie, ob der angebliche Makler tatsächlich existiert.
Hat der Anbieter viele weitere Wohnungen im Angebot? Hat er eine eigene Webseite? Ist im Impressum die zuständige Aufsichtsbehörde angegeben? Rufen Sie dort im Zweifel an um zu eruieren, ob es den Makler gibt.
Wenn Sie die Mail mit der Zusage und der Aufforderung, die Kaution und Ablöse vorab zu zahlen, erhalten haben, rufen Sie auch beim Maklerbüro an. Verwenden Sie nicht die in der Mail angegebene Telefonnummer, sondern recherchieren Sie die Nummer über die Webseite des Maklers oder über das Telefonbuch. Denn es könnte sein, dass der Betrüger die Identität eines tatsächlich existierenden Maklers stibitzt hat, der von den Betrügereien in seinem Namen nichts ahnt. Ein Anruf kann das klären.

Betrüger nutzen Wohnungsknappheit

Die Betrüger sind vor allem in Großstädten mit knappem Wohnungsangebot aktiv. Deshalb ist diese Masche auch besonders gefährlich für Wohnungssuchende, die dringend eine neue Bleibe benötigen und bereit sind, schnell zu entscheiden, wenn sich die Chance auf einen Zuschlag zu ergeben scheint. Doch auch in solchen Städten ist Vorsicht angebracht: Nicht jede vermeintliche Chance ist auch eine – die Zeit zum Nachprüfen muss sein.