Schutz vor Immobilienbetrug

Verdacht melden

Rip-Deals – eine Gefahr für Immobilienverkäufer

Stellen Sie sich vor: Sie haben Ihre Immobilie in einer Zeitung oder in einem Immobilienportal wie Immowelt inseriert. Ein Interessent ruft an. Er will das Objekt kaufen, schnell, keine Besichtigung, zum ausgeschriebenen Preis, ohne Verhandlungen. Er klingt freundlich und seriös. Ungewöhnlich, aber besser kann es ja nicht laufen. Dass Rip-Deals so ihren Anfang nehmen, daran denkt der arglose Verkäufer zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Der freundliche Anrufer gibt sich meist als Vermittler eines ausländischen Geschäftsmanns aus, der die Immobilie erwerben will, derzeit aber nicht nach Deutschland reisen kann. Deshalb soll das Geschäft im Ausland abgewickelt werden.

Ködergeschäft wird eingefädelt

Im Laufe der Gespräche stellt sich heraus: Der Immobilienkauf könne nur stattfinden, wenn vorher Geld getauscht werde. Grund: Der vermeintliche Investor verfüge über Schwarzgeld. Ein Ködergeschäft wird eingefädelt, bei dem zuerst eine kleine Summe Schweizer Franken in Euro umgetauscht wird. Das spätere Opfer macht bei seinem ersten Besuch im Ausland zunächst einen Gewinn, schöpft so Vertrauen. Dann wird ihm ein größerer Deal angeboten: Oft geht es um sechsstellige Summen. Genau darum geht es den Betrügern bei einem Rip-Deal:

Das Opfer reist erneut ins Ausland. Im Gepäck: ein Koffer voller Geld. Der Übergabeort: ein Luxushotel. Dort herrscht hektisches Treiben – das gehört zur Taktik der Betrüger. Sie dient dazu, dem Opfer blitzschnell im Austausch gegen echtes Geld einen Koffer mit Faksimile-Noten unterzuschieben, also mit Falschgeld das mit dem Aufdruck "Faksimile" als solches gekennzeichnet ist. Schöpft das Opfer Verdacht, wird der Koffer mit dem echten Geld notfalls mit Gewalt entwendet. Sobald die Täter ihre Beute haben, verschwinden sie blitzschnell – die Rip-Deal-Falle hat zugeschlagen.

Rip-Deals: So identifizieren Sie die Betrüger:

  • Der vermeintliche Interessent zeigt starkes Interesse an der Immobilie, ohne diese zu kennen. Eventuell behauptet er auf Anfrage, er hätte sie schon einmal von außen besichtigt.
  • Sie erfahren keine feste Adresse des vermeintlichen Interessenten, nur Handynummern (Prepaid-Karten) und E-Mail-Adressen.
  • Der vermeintliche Interessent will nicht handeln, sondern akzeptiert ihren Preis sofort (oder bietet noch mehr).
  • Der Anrufer gibt vor, im Auftrag eines reichen ausländischen Geschäftsmanns zu arbeiten, der nach Immobilienanlagen in Deutschland sucht.
  • Der eigentliche Kaufinteressent könne derzeit nicht nach Deutschland reisen. Deshalb müsse das Geschäft im Ausland abgewickelt werden. Bevorzugte Orte: Mailand, Turin (Italien), aber auch Holland - und oft in noblen Hotels.

Spätestens jetzt sollten Sie die Polizei einschalten!

  • Es wird ein Devisentauschgeschäft vorgeschlagen. Vorwand: Der Käufer habe Schwarzgeld, beziehungsweise Steuern hinterzogen.
  • Dem Opfer wird eine Belohnung für den Umtausch versprochen. Begründung: Schließlich würden beide Seiten davon profitieren. Ein Ködergeschäft mit einer geringen Summe wird vorgeschlagen.
  • Das Ködergeschäft klappt. Es wird nun ein Umtausch mit einer großen Summe vorgeschlagen.
  • Wenn Sie darauf eingehen, haben Sie Ihr Geld verloren. Vor Ort wird Ihnen Falschgeld (Faksimile) angedreht, oder die Verbrecher stehlen ihr Geld – notfalls mit Gewalt.

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, sich auf solche Geschäfte einzulassen. Opfer eines Rip-Deals sollten möglichst schnell die Polizei einschalten: Das ist bei dieser Art von Kriminalität besonders wichtig, um die Betrüger zu verfolgen. Denn diese haben offensichtlich keine festen Adressen, sondern nur wechselnde E-Mail-Adressen und Prepaid-Handynummern.

Oft gehen Betroffene von Rip-Deals aus Scham nicht zur Polizei – oder deshalb, weil sie selbst vorhatten, Schwarzgeld lukrativ zu vermehren. Deshalb geht die Polizei von einer hohen Dunkelziffer aus.